Rudersport in Grenzach

Jetzt ist es schon ein Jahr her, dass wir eine Woche vor dem Vestas Head of the River das Rennen abgesagt haben, und nicht nach London geflogen sind. In der Zwischenzeit hat sich einiges geändert. Die Hoffnung auf Normalität gehört dazu. Im Sommer und bis zum Herbst haben wir, fast wie immer, zusammen im Achter trainieren können. Einige Rennen in der Schweiz hätten ebenfalls fast stattgefunden. Für unser Masters-Mixed Team waren das in der Zeit nach dem ersten Lockdown wichtige Fix-Punkte zur Motivation. Der Trainingsplan mit gemeinsamen zwei Einheiten am Wochenenden und einer Individuellen Einheit unter der Woche hat uns fast wieder auf das Niveau vor Mitte März gebracht. Mit dem Herbst kamen neben den Rennabsagen auch wieder verschärfte Auflagen. Die Behörden waren nicht sehr offen für unsere Bedingungen. Immerhin hat sich das inzwischen ein wenig geändert und es wird erkannt, dass es darauf ankommt, sich nicht an Land zu begegnen, da auf dem Wasser sowieso alle versuchen, sich nicht zu treffen. Unsere Sportstätte ist ja der Rhein, nicht die Bootshalle. Die Zeit bis dahin war von 1er und 2er-Einheiten geprägt. Digitales Rudern hat sich nicht durchsetzen können. Einige aus der Mannschaft haben die gebotenen Challenges auf dem Ergometer genutzt, um sich virtuell mit anderen zu treffen und zu messen. Da aber nicht alle ein Ergo zu Hause haben, bzw. die Club-Ergos recht schnell verteilt waren, blieb noch die Option im Vereinszoom miteinander zu sporteln. Geboten wurde Yoga und Pilates. Beides ist virtuell natürlich leichter anzubieten als Wasserarbeit. Beides war reine willkommene Ergänzung, ebenso wie die beiden „Stammtische“, auch über Zoom.

Dieses Frühjahr ist weiterhin geprägt von der Hoffnung, dass wir wieder zusammen trainieren und spätestens im Herbst auch wieder Rennen fahren können. Dreier sind für unser Team das Maximum was die 2 Haushalte-Regel max. 5 Personen zulässt. Da auch die Startzeiten am Club abgestimmt sein müssen, sind wir nicht allzu häufig gemeinsam auf dem Wasser. Wenn wir wieder zusammen ins Boot steigen werden, sehen wir, wie viel von den individuell eingeruderten Techniken uns schneller machen oder wieder herausgerudert werden müssen. Immerhin gibt es wieder mehr Startslots. Bootskameraden mit der Flexibilität des kompletten Homeoffice stehen schon wieder bei knapp 1000km auf dem Wasser, die anderen bewegen sich von 350km aufwärts. Die Intensität einer gemeinsamen Achtereinheit wird dabei im Einer zwar eher selten erreicht, aber es sollte so zumindest die Grundausdauer nicht leiden. Wenn sich die Situation auflöst, werden wir auch wieder einfacher mit den Kameraden aus den umliegenden Vereinen trainieren können. Wir hoffen so, schnell wieder ein schlagkräftiges Team zu werden. So lange geben wir unser bestes im Rahmen des Möglichen.

(Text und Foto: Holger Schmidt)

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