Strecke in Oberschleißheim bedroht

Mit dem Beschluss des Münchner Stadtrats vom Juli 2020, das seit Jahren diskutierte und 2019 beschlossene Budget für eine umfangreiche Sanierung der traditionsreichen Sportstätte vorerst wieder zu streichen bzw. die Sanierung weiter zu verschieben, stehen die über 2.000 Freizeit- und Leistungssportler aus den mehr als zwölf Vereinen vor Ort genauso wie die Anbieter von Freizeitsportaktivitäten vor einer unsicheren Zukunft.

Der Vorsitzende des Deutschen Ruderverbandes, Siegfried Kaidel, und der Präsident des Deutschen Kanu-Verbandes, Thomas Konietzko, sowie die Vertreter der beiden Landesverbände wollten deshalb aus erster Hand von der zuständigen Bürgermeisterin Verena Dietl wissen, wie sich die Landeshauptstadt die Zukunft der Regattaanlage vorstellt.

 

Sanierung dringend notwendig

Bei dem Spitzengespräch stimmten beide Seiten überein, dass eine Sanierung dringend notwendig ist und nicht weiter aufgeschoben werden kann und mit Blick auf die European Championships 2022 auch zeitnah erfolgen muss. Die Zustände im Sanitärbereich sowie in den Funktionsgebäuden sind schon jetzt marode.

Die Sportvereine an der Regattastrecke und ihre Spitzenverbände sowie die Anbieter von Freizeitsportaktivitäten begrüßen die Ankündigung der Bürgermeisterin und des Sportamtes: Diese wollen im Stadtrat beantragen, dass schon für die Jahre 2021 und 2022 15 Millionen Euro für die Sanierung bereitgestellt werden. Das ist genau die reduzierte Summe, die der Stadtrat mit seinem Beschluss im Juli erst für die Zeit von 2023 bis 2026 vorgesehen hatte. Ursprünglich hatte der Stadtrat November 2019 noch einen ersten Bauabschnitt für 61 Millionen Euro bewilligt.

„Wir hoffen alle, dass der Münchener Stadtrat diesen Beschluss noch im Jahre 2020 fasst und die entgegen der ursprünglichen Beschlussfassung erheblich gekürzten Mittel für die Sanierung im Jahr 2021 freigibt“, so der DRV-Vorsitzende Siegfried Kaidel.

„Da abzusehen ist, dass die geplanten 15 Millionen Euro nicht ausreichen, um die Anlage komplett und vollumfänglich zu sanieren, schlagen die an der Regattaanlage angesiedelten Vereine vor, sich mit der Stadt über die Prioritäten der Sanierungsmaßnahmen im Rahmen des Budgets abzustimmen“, ergänzt DKV-Präsident Thomas Konietzko.

Vorrang sollen Sanitärbereiche und Jurygebäude haben

Vorrangig sind zuallererst Investitionen in die Sanitärbereiche und eine Komplettsanierung des Jurygebäudes, in dem die meisten Vereine ansässig sind. Im Außenbereich müssen die kompletten Steganlagen erneuert werden. Ebenso die Bunkertoiletten neben der Tribüne, die besonders von den zahlreichen Münchnern genutzt werden, die die Regattaanlage für freizeitsportliche Aktivitäten nutzen.

Da abzusehen ist, dass die jetzt geplanten Mittel der Stadt nicht ausreichen, haben beide Partner vereinbart, für die Bereitstellung zusätzlicher Mittel aus dem Bundesprogramm zur „Sanierung kommunaler Sportstätten“ und für Mittel aus dem Landeshaushalt zu werben. Dabei fordern die Vertreter der Sportvereine und die Anbieter von Freizeitsportaktivitäten die Stadt auf, eventuell genehmigte Drittmittel zusätzlich zu den geplanten städtischen Mitteln für Sanierungsmaßnahmen zu verwenden.

Auch wenn die ansässigen Sportvereine die Kürzung der ursprünglich zugesagten Mittel für die Sanierung bedauern, fordern sie dennoch, langfristig am ursprünglichen Konzept der im Jahre 2019 bereits vom Stadtrat beschlossenen Gesamtsanierung festzuhalten.

„Diese einmalige Anlage ist für den Vereins- und Freizeitsport und für die zahllosen Erholungssuchenden zu wichtig, als dass sie vergammeln darf“, sagen Siegfried Kaidel und Thomas Konietzko: „Hier sind Ruderer, Kanuten, Stand-Up-Paddler, Bogenschützen, Beachvolleyballer, Schwimmer, Triathleten, Skater, Radler, Jogger, Taucher, Angler und viele, die sich an den Ufern einfach nur erholen.“

(Text: Deutscher Ruderverband / Foto: KRV Wiking)

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