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Edelmetall bei der JWM

750 junge Ruderinnen und Ruderer aus 57 Nationen kämpften vom 8. bis 12. August um die Medaillen bei der Junioren-Weltmeisterschaft in Racice. Der Deutsche-Ruderverband war mit 60 Athleten zum Saisonhöhepunkt auf dem künstlichen Wasserkanal rund 40 km nördlich der tschechischen Hauptstadt Prag gereist. Damit beschickte der DRV zusammen mit den Amerikanern die größte Mannschaft in den Wettbewerb. Am Ende standen die Amerikaner im Medaillenspiegel auf Platz 1 und Deutschland mit einer Gold-, zwei Silber- und zwei Bronze-Medaillen auf Platz 6.

 

Kun/Angl gewinnen im 2- SILBER

Mit fünf Athleten und einem Trainer war der Landesruderverband vertreten. Als reines Verbandsboot ging der Zweier ohne Steuermann mit Elias Kun (Tübinger RV Fidelia) und Jasper Angl (RV ‚Neptun‘ Konstanz), trainiert vom Tübinger Stephan Gutbrod an den Start. Beide Athleten waren bereits im letzten Jahr erfolgreiche Teilnehmer bei einer Junioren-WM (3. Platz im Vierer m.St.). In diesem Jahr bereiteten sie sich intensiv auf einen Start in der „Königsbootsklasse“ vor und konnten zumindest national nicht besiegt werden.

Bei der Junioren-Weltmeisterschaft waren 24 Boote gemeldet – und im Vorlauf ging es gleich gegen den letztjährigen Weltmeister aus Kroatien (die Loncaric-Zwillinge) und die ebenfalls als sehr stark eingeschätzten Rumänen (Arteni-Fintinariu/Dancin). Kun/Angl gewannen den Vorlauf mit einem Start-Ziel-Sieg und konnten sich den Hoffnungslauf sparen. Kroatien und Rumänien nahmen den Umweg über den Hoffnungslauf und im Halbfinale kam es schon wieder zu einem Zusammentreffen. Kun/Angl schlossen das Halbfinale zwar mit der Weltbestzeit von 2016 ab –diese galt allerdings seit 5 Sekunden nicht mehr. Die Kroaten hatten die Zeit als Sieger auf 6:27,9 heraufgesetzt. Rumänien wurde Zweiter, Deutschland Dritter. Und: Damit trafen diese Mannschaften auch wieder im Finale aufeinander, denn: „Aller guten Dinge sind drei!“

Die Finalaufstellung: GER · ROU · CRO · RSA · ITA · LTU

Kun/Angl versuchen von Anfang an das Rennen zu dominieren, erwischen einen schnellen Start. Kroatien liegt lange auf dem zweiten Platz. Doch die Rumänen schieben sich Schlag für Schlag nach vorne. Auf den letzten 500 Metern kommt es zu einem nervenzehrenden Herzschlagfinale – am Ende gewinnen die Rumänen mit 10/100 Sekunden vor Deutschland. Kroatien wird Dritter.

 

Schmid gewinnt im 4x BRONZE

Merlin Schmid (RV ‚Neptun‘ Konstanz) startete im Doppelvierer mit Paul Berghoff (Sportclub Magdeburg e.V. Abteilung Rudern), Alexander Finger (Berliner RC) und Aaron Erfanian (Deutscher Ruder-Club von 1884 e.V.) – trainiert vom Berliner Jonas Schützeberg. 20 Boote waren gemeldet, zunächst aufgeteilt in 4 Vorläufe. Der Einstieg in den Wettkampf gelang mit einem klaren Sieg; damit war der direkte Einzug ins Halbfinale gesichert. Dort ging es gegen die sehr starken Tschechen, die zu neuer Weltbestzeit (5:46,4) ruderten. Dahinter Deutschland und Chile. Im anderen Halbfinale qualifizierten sich Großbritannien, Polen und Rumänien – für ein spannendes Finale war gesorgt! Die Heimmannschaft aus Tschechien startete offensiv und ihnen gelang ein Start-Ziel-Sieg. Hinter den Verfolgern England und Deutschland entbrannte ein heftiger Kampf, den zur Streckenhälfte immer mehr England für sich entscheiden konnte. Merlin Schmid gewinnt in einem großen Wettkampf die Bronzemedaille!

 

4. Platz für Gathmann/Oberdorfer im 8+

Im Juniorinnen-Achter war Baden-Württemberg mit zwei Athletinnen vertreten: Luisa Gathmann (Ruderclub Rheinfelden e.V.) und Clara Oberdorfer (Ulmer Ruderclub Donau e.V.). Hier waren nur 5 Boote gemeldet – und somit gab es zunächst ein Bahnverteilungsrennen. Obwohl in dieser Rennsituation häufig nur taktiert wird und die Karten noch nicht aufgedeckt werden, gingen Bahnverteilungsrennen und Finale mit dem gleichen Ergebnis aus: Tschechien gewinnt vor heimischem Publikum mit einem souveränen Start-Ziel-Sieg. Die USA steigern sich nach einem verhaltenen Start über die Strecke und sichern sich die Silbermedaille. Die deutsche Mannschaft kämpft beherzt; liegt nach 500 Metern noch auf Platz 2, wird dann aber von den Rumäninnen überholt und muss sich am Ende mit dem etwas undankbaren 4. Platz begnügen. Die Mannschaft aus Italien konnte zu keinem Zeitpunkt in den Rennverlauf eingreifen.

 

 

Insgesamt ein hervorragendes Ergebnis für die Sportler, Vereine und den Landesruderverband aus Baden-Württemberg. Glückwunsch an alle Beteiligten – und hiermit sind ausdrücklich auch die zahlreichen Menschen hinter den Hauptakteuren gemeint!

 

Bericht: Ralf Kockel / Bild: Detlev Seyb www.meinruderbild.de

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