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Florian Roller WM-fit im Lgw.-4x

Bei der Ruder-Weltmeisterschaft in Plovdiv (BUL) vom 9.-16. September tritt Florian Roller mit dem Deutschen Leichtgewichts-Doppelvierer (LM4x) an. Der Welt-Ruderverband FISA hat nun das offizielle Meldeergebnis zur Ruder-Weltmeisterschaft bekanntgegeben: 62 Nationen treten an, um die Medaillen in 20 Weltmeisterschaftsrennen zu gewinnen.

Aus der Region Stuttgart ist der Markgröninger Ruderer Florian Roller (Stuttgarter Rudergesellschaft) im Leichtgewichts-Doppelvierer (LM4x) mit dabei. Nach Bronze bei der U23 WM 2013 wurde Roller bereits 2016 in dieser Bootsgattung und 2015 mit dem deutschen Leichtgewichts-Achter Weltmeister. 2017 hatte er eine Wettkampfpause zu Gunsten seines Studiums an der Hochschule Esslingen eingelegt. Im Frühjahr 2018 konnte sich Roller, bei der internationalen Regatta in Ratzeburg, wieder für den deutschen Kader qualifizieren können. Mit Roller im Boot sitzen Moritz Moos (Schlagmann, Mainz), Max Röger (Berlin) und Joachim Agne (Bug, Würzburg).

Bei der Weltmeisterschaft in Plovdiv treten, im Leichtgewichts-Doppelvierer, 11 Nationen an. ALG, CZE, DEN, ESP, GER, HUN, IRL, ITA, NOR, TUR und USA. Als klarer Favorit geht das „Team Italien“, um Schlagmann Matteo Mulas an den Start. Diese Crew hatte sich schon beim Weltcup II in Linz mit einer klaren Führung den Sieg vor den Deutschen erkämpft. Bei der EM in Glasgow vor wenigen Wochen konnte das Team Italien seine Führungsrolle mit GOLD bestätigen. Zweiter wurde in Glasgow, das ebenfalls zur WM gemeldete, Boot aus CZE. Als weiterer Favorit könnte sich der U23 Leichtgewichts-Doppelvierer aus Dänemark herausstellen. Das junge Team um Jens Graudal hatte sich beim Worldcup III in Luzern mit dem Deutschen Leichtgewichts-Doppelvierer über 2000m einen harten Bord-an-Bord Kampf geliefert, den das Deutsche Boot erst im Endspurt für sich entscheiden konnte. Der große Unbekannte ist das Team aus Irland. Diese Ruderer haben 2018 hervorragende Ergebnisse in anderen Bootsgattungen einfahren können, sind aber international im Leichtgewichts-Doppelvierer bisher nicht angetreten.

Deutschland hatte bei der EM in Glasgow auf einen Start im LM4x verzichtet. Das Boot um Trainer Robert Sens (Mainz) wollte die Zeit nutzen, um sich in Trainingslagern in Potsdam und München optimal auf den WM-Kampf vorzubereiten.

Der WM-Kampf im Leichtgewichts-Doppelvierer dürfte sich in Plovdiv zu einem spannenden Wettbewerb zwischen Italien, Dänemark, Irland und Deutschland entwickeln. Bei elf Booten am Start müssen sich die Teams über Vorläufe und Hoffnungslauf für eines der Finals A oder B qualifizieren.

Florian Roller sitzt auf Platz 3 und gehört damit in der Sprache der Ruderer zum Motor des Bootes. Der Schlagmann (Platz 4) trägt die Verantwortung für den Rhythmus, der Bugmann (Platz 1) für den Rennverlauf. Die beiden Ruderer im Mittelschiff bringen die Power ins Boot. Der Doppelvierer gehört zur Gattung der Skullboote. Beim Skullen führt man in der rechten und in der linken Hand ein Ruder. Einen Steuermann gibt es nicht. Das Boot wird durch den (Schlagmann
mit dem Fuß über einem speziellen Schuh am Stemmbrett gelenkt. Ruderer sitzen rückwärts zur Fahrtrichtung. Sie orientieren sich im Wettkampf über das „Albano System“, das die Ruderbahn durch Bojen begrenzt.
Bei den Leichtgewichtsmännern im Rudern darf das höchste Einzelgewicht eines Ruderers 72,5 kg und das Mannschaftsdurchschnittsgewicht 70kg betragen. Die Streckenlänge beträgt 2000m.

(Text und Bild: Peter Roller)

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