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Saisonabschluss für die Junioren

Kurz vor dem Start in die diesjährige Regattasaison legte Corona das Wettkampfgeschehen auf den Regattastrecken lahm. Anfangs war durch die geschlossenen Vereine nicht einmal das Rudern möglich, individuelles Training in den Ergänzungssportarten war angesagt. Zwar gab es einige virtuelle Wettkämpfe (unsere Baden-Württembergischen Juniorinnen konnten den Concept2-Spring8-Wettkampf, ein virtuelles Achter-Rennen über fünf Ergometer-Distanzen, gewinnen), aber der eigentliche Reiz des Junioren-Ruderns blieb aus. Irgendwann mit der Absage der Jugendmeisterschaft war klar, dass nur noch die internationalen Zielwettkämpfe im Herbst übrigbleiben würden: die Junioren-Europameisterschaft und der Baltic-Cup. Ein neuer Qualifikationsmodus musste her – die Landestrainer diskutierten in mehreren Videokonferenzen die Varianten und entschieden sich für die einfachste (und angesichts der stark einschränkenden Umstände machbare) Wettkampfform: Das Kleinboot-Ranking.

Kurz vor der Kleinbootüberprüfung wurde der Baltic-Cup abgesagt. Die B-Junioren, die sich auf diesen Wettkampf vorbereitet hatten, durften aber trotzdem starten. Jedes Bundesland hatte aufgrund seiner Größe sowie der Finalteilnahmen in den letzten drei Jahren eine bestimmte Quote von Teilnehmern. Der LRV BW durfte hier jeweils zwei B-Juniorinnen und -Junioren im Einer melden. Die Juniorinnen war hier auch besonders erfolgreich: Smila Mahieu (RC Rheinfelden) wurde Zweite und erhielt eine (symbolische) Nominierung für den Baltic Cup. Nora Radke (Stuttgarter RG) erreichte einen hervorragenden 5. Platz im Finale.

Die A-Junioren kannten das Ausscheidungssystem über Vor- und Zwischenlauf zum Finale von den Frühtests, die normalerweise im April zur ersten Standortbestimmung stattfinden. Auch in Hamburg war es die erste Standortbestimmung – aber eben auch die Einzige!

Schon mit der Anreise nach Hamburg verdichteten sich die Gerüchte, dass die Rangliste wohl auch nur einen symbolischen Wert haben würde. Bundestrainerin Sabine Tschäge verkündete nach dem letzten Rennen der Veranstaltung, dass die deutsche Nationalmannschaft aufgrund der verlängerten Reisewarnung nicht nach Serbien reisen darf.

Zur virtuellen Junioren-Nationalmannschaft dürfen sich im männlichen Riemenbereich Noah Anger (Ulmer RC) und Tom Härtwig (RV Neptun Konstanz) zählen. Im weiblichen Riemenbereich wurden Lena Radke (Stuttgarter RG) und Chiara Saccomando (Breisacher RV) nominiert.

Johanna Debus hatte bei den Skullerinnen eigentlich auch beste Chancen. Allerdings hatte sie beim Training in Hamburg einen Konflikt mit einer Brücke und danach erhebliche Rückenbeschwerden. Sie erreichte am Ende den 10. Platz. Da sie noch zum jüngeren A-Jahrgang gehört, wurde sie für den Baltic-Cup nominiert.

„Nach dem Spiel ist vor dem Spiel“ – dieses Bonmot von Sepp Herberger ist natürlich auch auf den Jahreslauf der Ruderer anwendbar. Längst ist der Strich unter die Saison 2020 gemacht und die Vorbereitungen und Planungen für die Saison 2021 laufen. Wahrscheinlich wird auch das nächste Jahr noch kein „normales“ sein. Doch das Wettkampfwochenende in Hamburg hat gezeigt, dass Regatten im kleineren Maßstab möglich sind. Solange es zu keinem weiteren Lockdown kommt, werden wir wieder eine Saison mit spannenden Wettkämpfen haben.

 

Der LRV BW gratuliert den Nominierten und dankt allen Beteiligten für das Engagement und die gute Arbeit in diesen ungewöhnlichen Zeiten!

 

(Text und Foto: Ralf Kockel)

 

Ergebnisse (nur Finale):

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