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Über 1000 Boote in Heidelberg

Wenn die Heidelberger Brücken bunt beflaggt sind, sich die Neckarwiese in ein Bootemeer verwandelt und wenn Ruderer auf dem Neckar lautstark vom Ufer angefeuert werden, kann das nur eines heißen: Es ist Regattazeit! 

Zum 84. Mal hatte der Heidelberger Regattaverband, welcher aus Mitgliedern beider Heidelberger Rudervereine besteht, zum sportlichen Kräftemessen nach Heidelberg geladen. 97 Vereine aus Deutschland, Frankreich und Ungarn waren an diesem Wochenende zu Gast in Heidelberg. Auf der 1500 und 1000 Meter langen Strecke entlang der Neckarwiese wurden Rennen in allen Altersklassen ausgefahren. Anfangs war sich das Regattateam unsicher, ob das Wetter halten würde. Mit dem Zieleinlauf des Männerachters am Sonntagabend bei grauem Himmel, aber ohne Regen, waren diese Sorgen jedoch weggeblasen. „Es ist unfassbar, wie hochmotiviert und zuverlässig unsere ehrenamtlichen Helfer jedes Jahr dieses Event wuppen!“ äußerte sich der erste Vorsitzende des HRV, Klaus Menold, am Ende des arbeitsintensiven Wochenendes. Menold feierte in diesem Jahr sein 20-jähriges Jubiläum als Vorsitzender des HRV. 725 Ruderer ruderten in über 1000 Booten im drei Minuten-Takt den Neckar abwärts um den Sieg. Damit verzeichnete die Heidelberger Regatta erneut einen Teilnahmerekord.

Eine hochkarätige Besetzung hatten die jeweils siegreichen Boote beim Otto-Entenmann Sprint Cup. Olympia-Teilnehmerin Lena Müller und ihre Vereinskollegin Meike Dütsch, selbst mehrmalige WM-Teilnehmerin, vom Ulmer Ruderclub Donau, sprinteten auf der Distanz von 350 Metern dem Sieg entgegen.

Besonders erfolgreich vertreten waren die Heidelberger Rudervereine im Junioren Doppelzweier. Jakob Wild und Max Krause von der RGH gewannen den Jungen Doppelzweier der 13- und 14jährigen. Ihre Ruderkollegen vom HRK Martin Remus und Philipp Zeppenfeld siegten in der gleichen Altersklasse im Leichtgewichtsdoppelzweier. Remus und Wild überquerten auch in ihren Einerrennen als erste die Ziellinie. RGH-Jugendtrainerin Samanta Balcerzak freute sich mit ihren insgesamt sieben Schützlingen und sieht auch in nicht gewonnen Rennen wichtige Rennerfahrung für die Rudergrünlinge. Den ersten Sieg in ihrer noch jungen Ruderkarriere holten „die Jacobs“ - Jacob Peipser und Jacob Platten (beide HRK) im Junioren Doppelzweier U17. In der Altersklasse U19 erkämpfte sich Elia Nassar (RGH) mit seinem Zweierpartner Nils Bergler aus Eberbach den Sieg. Mit nur einer halben Sekunde Vorsprung gewann Nassar auch sein Einer Rennen am Sonntag vor heimischem Publikum. Souverän dominierten die Heidelberger Juniorinnen ihre Einerrennen in der Altersklasse U19. Freya Epp von der RGH und Alexandra Zawatzky vom HRK freuten sich an beiden Renntagen über die Medaille. Epp und Nassar werden sich bereits am kommenden Wochenende mit der nationalen Konkurrenz auf der Juniorenregatta in Köln messen. Dort wird auch Felix Geldbach vom HRK starten, der am Sonntag sein Einerrennen in der Altersklasse U17 mit deutlichem Vorsprung gewinnen konnte. 

Vier Medaillen gab es für die Senioren vom HRK: Lea Stocker und Annika Sauter gelang im Seniorinnen Doppelzweier ein Start-Ziel Sieg. In der selben Altersklasse gewann Katharina Peters ihr Einerrennen. Jan Scholl und Lucas Gropengießer freuten sich über zwei Medaillen, einmal im Zweier-Ohne und einmal im Vierer ohne Steuermann in Renngemeinschaft mit Rheinfelden und Mannheim. „Auf der Heimstrecke zu gewinnen ist ein ganz besonderes Gefühl!“, freute sich HRK Vizepräsident Sport Thomas Palm über die hohe Siegesquote.

Auch im Mastersbereich waren beide Rudervereine sehr erfolgreich. Gisela Makowski vom HRK gewann an beiden Tagen ihr Einerrennen. Bei den Männern setzte sich Christian Schyr (HRK) gegen die Konkurrenz durch. Die neugegründete Mastertrainingsgruppe der RGH siegte im Masters Männerdoppelvierer mit Oliver Timm, Christian Michel, Rainer Fiedler und Thomas Cants (DRC). Besonders erfolgreich war der Masters Männer Achter des HRKs. Dieser konnte am Regattawochenende insgesamt drei Siege erringen: Thomas Ruprecht, Marc Röhner, Max Burger, Jens Klein, Philipp Wessels, Gregor Jakobic, Kevin Bähr, Burkhard Hahn und Steuerfrau Sophie Stadler gewannen sowohl auf 1000 Meter als auch den Otto-Entenmann Sprintcup über 350 Meter am Samstagabend. Auch in diesem Jahr bewiesen die Heidelberger Ruderer sportliches Können und Teamzusammenhalt – zu Land und auf dem Wasser. Die Planung für das nächste Jahr hat bereits begonnen: Am 18./19. Mai 2019 heißt es auf dem Neckar wieder: „Achtung, Los!“



Text: Lucas Gropengiesser und Freya Epp

Das Bild zeigt die beiden siegreichen Mädchen im Doppelzweier, Hanna Hort und Helena Brenke vom Karlsruher Ruder-Verein Wiking, wie ihnen am Siegersteg von Ilka Höhne von der RGH gratuliert wird.

Foto: Steffen Hort

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